Vorbeilaufende Passanten schauen die Englische Bulldogge oft mit entsetzten Augen an. Man
macht sich über sie lustig, verabscheut und verleumdet sie, und Kinder werden ängstlich von ihr
ferngehalten. Irren ist menschlich! Glücklicherweise kennen Herrchen und Frauchen die Vorzüge
ihres Hundes und lieben und verstehen ihn.
Die Beziehung zwischen einer Englischen Bulldogge und
ihrem Menschen kann man eher als Passion denn als Liebe
bezeichnen. Der Hund verlangt den ganzen Tag über
Zärtlichkeiten und Zuwendung - "ein bisschen streicheln,
ein bisschen kraulen... wunderbar!" Dann windet sich unser
vierbeiniger Freund hin und her, rollt sich auf dem Boden,
hüpft und wirft sich uns zu Füßen, um uns seine Liebe und
sein Wohlempfinden zu beweisen. Die Zuneigung beruht
ganz auf Gegenseitigkeit. Zurückweisungen verstören
diesen Hund. Ungewöhnlich für einen ehemaligen
Kampfhund, aber wahr: Die Englische Bulldogge verträgt
keine Gewalt.
Die Englische Bulldogge ist freundlich, aber nie
unterwürfig. Sie besitzt einen festen Charakter und Würde.
Nähert sich ein Fremder, zeigt sie sich bestimmt, wachsam, aber nicht aggressiv. Lässt Herrchen
oder Frauchen den Besucher dann ein, wird sie gleich freundlich - der Gast nimmt das allerdings oft nicht
sofort wahr, denn sie schnaubt und runzelt die Augenbrauen. Artgenossen gegenüber ist sie tolerant,
vorausgesetzt, diese bleiben friedlich; andernfalls weiß sie sich sehr wohl zu verteidigen.
Der Englischen Bulldoge sagt man einen gewissen Sinn für Humor nach. Mit ihrer Mimik, ihren Possen und
Posen erheitert sie die Zweibeiner immer wieder aufs neue. Wie sie dasteht, mit ihrem hohen Hinterteil, die
Pfoten platt auf den Boden gedrückt, und ihrer verdrießlichen Miene ... Wenn Sie dann lachen, ihr
Komplimente machen und sie loben, macht sie vor Freude Bocksprünge und stellt ihr Temperament und ihre
Dynamik unter Beweis. Allerdings nicht lange! Mit einem Mal legt sie sich hin und schläft ein.
Die zuvorkommende, sehr geduldige Englische Bulldogge schraubt ihre Kräfte in der Gegenwart von Kindern
zurück. Achten Sie nur darauf, dass sie mit den Kleinen nicht bis zur völligen Erschöpfung spielt. Hündinnen
sind meistens sanfter als Rüden.
Die Englische Bulldogge kann problemlos in
einer Stadtwohnung gehalten werden.
Was für sie zählt, ist nur die Nähe ihres
Menschen. Aber auf den täglichen
Spaziergängen bekommt sie Bewegung
und soziale Kontakte. Sie schätzt auch ein
eigenes, möglichst bequemes Plätzchen.
Zu Katzen ist sie nicht unbedingt
freundlich, aber das Zusammenleben
mit einer anderen Bulldogge würde ihr
Glück perfekt machen. Die beiden
spielen dann ausgiebig miteinander
und trainieren dabei Körper und
Kondition.