Wie bei uns Menschen gibt es auch für Hunde giftige Lebensmittel. Meist gibt es für die enthaltenen
chemischen Substanzen, die für die Toxizität verantwortlich sind, eine Formel, die angibt, welche
Menge pro Gewicht giftig bzw. tödlich wirkt. Die Erfahrungen von vielen Hundebesitzern lassen
vermuten, dass einige Tiere im Rahmen der Anpassung an das menschliche Leben mit vielen
Stoffen besser zurecht kommen, dass also die Formeln u. U. ein Extremwert sind und bei einigen
Tieren keine Gefahr besteht. Sucht man beispielsweise nach der Toxizität von Zwiebeln findet man
viele unterschiedliche Meinungen, von Zwiebeln als Killer bis zur völligen Ungefährlichkeit. Hier
sollen einige oft im Haushalt gebräuchliche Lebensmittel erwähnt sein, die dem Hund aus
wissenschaftlich belegten Gründen Probleme bereiten KÖNNEN.
Allerdings, gibt es viele Dinge, die in Unmengen immer schädlich sind. Kein Hund wird vermutlich
an einer Frikadelle sterben, die Zwiebeln enthält oder an einem Klecks Tomatensauce.
Schokolade:
Die giftige Substanz der Schokolade ist das Theobromin. Das Theobromin ähnelt dem Coffein bis
auf eine Methylgruppe, daher wirkt Theobromin auf den Menschen ähnlich anregend. Der Abbau
des Theobromins in der Leber des Hundes erfolgt nach einem anderen Mechanismus als beim
Menschen, beim Menschen wird durch das Enzym N-Demethylase zum größten Teil nur die
Methylgruppe in Position 3 entfernt, während beim Hund die in Position 7 abgespalten wird. Es
werden 2 unterschiedliche chemische Substanzen gebildet, wovon die vom Hund erzeugte
biologische Aktivität zeigt und vermutet wird, dass dies der Grund für die Toxizität von Theobromin
beim Hund ist.
Die tödliche Dosis liegt für einen Hund bei 100 mg Theobromin pro kg Körpergewicht. In 100 g
dunkler Schokolade sind etwa 500 mg Theobromin enthalten, in Milchschokolade ca. 200 mg. Das
bedeutet, dass ein 10 kg Hund an 500 g Milchschokolade sterben könnte.
Hat der Hund in größeren Mengen Schokolade gefressen, kommt es im Allgemeinen nach 1-4
Stunden zu den ersten Symptomen. Diese können sein:
Unruhe, Krämpfe, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Durchfall, Inkontinenz, Atemnot, vermehrte
Empfindlichkeit auf Sinnesreize.
Nach 2-4 Stunden ist die Maximaldosis im Blutspiegel erreicht, der Tod kann innerhalb von 7 bis 20
Stunden eintreten.
Avocado:
Die Avocado ist ein recht spezieller Fall. Es gibt viele Avocadoarten und augenscheinlich in jeder Art
unterschiedliche chemische Bestandteile, die für Hunde giftig sind. Es ist nicht ausreichend geklärt,
welcher Inhaltsstoff verantwortlich ist, möglicherweise handelt es sich auch um ein Zusammenspiel
von mehreren. Die Latenzzeit scheint sich in ähnlichem Rahmen zu bewegen wie die des
Theobromins, auch die Symptomatik ist ähnlich.
Zwiebeln:
Durch die enthaltenen Stoffe Allypropyldisulfid und N-Propyldisulfid wird eine oxidative
Denaturierung des Hämoglobins mit Bildung von Heinz'schen Innenkörpern hervorgerufen. Das hat
ein Zerfall der Erythrocyten zur Folge, das Ganze heißt dann hämolytische Anämie. Eine Anämie ist
eine Blutarmut, d.h., dass der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, da die
Sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen ja zerstört wurden. Die Heinz'schen Innenkörper
können im Blut nachgewiesen werden, sie sind charakteristisch für eine Vergiftung mit Zwiebeln.
Die Symptome sind Hämoglobinurie (Ausscheidung von gelösten Hämoglobin mit dem Urin), blasse
Schleimhäute, schwacher Puls.
Obstkerne:
Auch bei Obstkernen besteht eine ähnliche Gefahr wie bei den Zwiebeln, der hierin enthaltene Stoff
heißt Blausäure oder Cyanwasserstoff (HCN). In konzentrierter Form riecht Blausäure nach
Bittermandeln, jedoch wird dieser Geruch nur von etwas 50% der Bevölkerung wahrgenommen.
Blausäure wirkt sowohl in gasförmigem Zustand, als auch in flüssigem Zustand, oral zugeführt oder
über die Haut aufgenommen, toxisch - auch bei uns Menschen. Es sind über 1000 Pflanzenarten
mit blausäureabspaltenden Glykosiden bekannt, z. B. rohe grüne Bohnen (beim Kochen entweicht
die Blausäure), Aprikosenkerne, Mandeln, Apfelkerne, Pfirsichkerne, Pflaumenkerne... Die menge
an enthaltenem HCN variiert jedoch, so dass sich kein Mensch Gedanken machen muss, wenn er
beim Apfel das Innenleben mit isst.
Das Cyanidion blockiert die Zellatmung und die Energieversorgung der Zelle. Die
Eliminationshalbwertszeit beträgt beim Hund 19 Stunden, die Zeit, die vergeht, bis die ersten
Symptome auftreten, kann zwischen Minuten bis zu 12 Stunden liegen.
Die für Hunde giftige Dosis anzugeben, ist kaum möglich, da es zu viele Pflanzen gibt, die
verschiedene Konzentrationen der Gykoside enthalten.
Symptome können unter anderem sein: Unruhe, Zittern, Krämpfe, schwacher Puls,
Bittermandelgeruch, starke Luftnot, schwach rote bis bläuliche Schleimhäute, venöses Blut ist
hellrot.
Macadamia Nüsse:
Neueste Erkenntnisse haben gezeigt, dass auch Macadamia Nüsse Hunden schaden können. Die
Ursache ist noch nicht geklärt, allerdings zeigen sich Symptome wie Muskelschwäche, allgemeine
Schwächung des Bewegungsapparates und teilweise geschwollene Extremitäten. Trotz größter
Schmerzhaftigkeit ist die Muskelschwäche reversibel und nicht von langer Dauer.