KRANKHEITEN MIT MÖGLICHER ERBLICHER DISPOSITION BEIM ENGLISH BULLDOG Brachycephalic Airway Obstruction: Wie bei vielen brachycephalen Hunderassen treten auch bei Englischen Bulldoggen aufgrund des extremen Schädeltyps Gebiß- und Kieferanomalien sowie stenotische Atemwege (verengte Nasenlöcher, zu langes, schlaffes oder verdicktes Gaumensegel, hyperplastische Rachenschleimhautfalten, verkürzter Rachenraum, etc.) auf. Diese Veränderungen, die zu schnarchender Atmung, Atemnot, Erstickungsanfällen, chronischen Entzündungen, Herz- Kreislaufinsuffizienzen u.v.m. führen können, werden als „Brachycephalic Airway Obstruction“ bezeichnet. Schwergeburten: Der im Verhältnis zum Körper relativ große Kopf führt in Verbindung mit dem züchterisch meist erwünschten schmalen Becken zu vermehrten Schwergeburten, was neben dem chirurgisch notwendigen Kaiserschnitt oft auch Totgeburten oder das Auftreten von lebensschwachen Welpen bedingt. Hydrocephalus congenitus und Kryptorchismus: Bei brachycephalen Rassen verzeichnet man neben dem gehäuften Vorkommen des Hydrocephalus congenitus weiterhin ein vermehrtes Auftreten von Kryptorchismus. Brachygnathia superior: Schwierigkeiten entstehen auch durch die gehäufte Ausbildung einer Brachygnathia superior („Vorbiss“), die beim Englischen Bulldog sogar im Rassestandard verankert ist. Betroffene Tiere haben Probleme bei der Nahrungsaufnahme, Hündinnen können oftmals die Fruchthüllen ihrer Welpen nicht richtig aufbeißen. Durch die Verkürzung des Oberkiefers treten bei Brachycephalen einerseits vermehrt Zahnverluste besonders im Bereich der Prämolaren auf, gleichzeitig findet man in dem verbreiterten Kiefer oft zusätzlich ausgebildete Incisivi. Chronischer Tränenfluß infolge Deformation der Tränennasengänge, Exophthalmus, En- und Ektropium, Trichiasis und Distichiasis durch Abflachung der Orbita, sowie Lippen-Kiefer- Gaumen-Spalten werden ebenfalls beschrieben. Hautfalten: Die Ausbildung von starken Hautfalten aufgrund Reduktion der knöchernen Grundlage kann zu Dermatitiden führen.